Segeltörn bei Jugo in Kroatien – wenn Wind und Katamaran auf eine Monocrew treffen
Dieser Segeltörn bei Jugo war so eigentlich gar nicht geplant. Eine eingeschworene Monohull-Crew landete kurzfristig auf einer Elba 45 von Fountaine Pajot – und damit mitten in der alten Frage: Mono oder Cat? Bei kräftigem Nordwestwind führte die Route zunächst nach Primošten, weiter nach Komiža auf Vis und anschliessend zu den Pakleni-Inseln. Als sich der Jugo aufbaute, suchten wir weiter nördlich Schutz in Rogoznica. Viel Wind, ungeplante Entscheidungen und die Diskussion Monohull oder Katamaran machten diesen Törn besonders.

02.05. – 09.05.2026
FP Elba 45 – Eignerversion
4 Personen
168 Seemeilen ( 311 km )
Biograd – Primošten – Komiža – Pakleni – Rogoznica – Biograd

Eine Monocrew auf dem Katamaran, geht das gut?
Eigentlich war alles ganz anders geplant. Wie jedes Jahr wollten wir zu viert eine Woche segeln gehen. Vier Frauen, eine eingespielte Crew und endlich wieder ein paar aktive Tage auf dem Meer verbringen. Doch kurz vor dem Urlaub verletzte sich unsere Skipperin leider beim Sport. Die Reiseversicherung sprang zwar ein – aber musste auch unser Urlaub ins Wasser fallen?
Es musste kurzfristig ein anderer Skipper her. Tom kannten wir noch aus Rogoznica. Im Jahr zuvor hatten wir dort mit ihm ausführlich die niemals endgültig zu klärende Frage diskutiert, die Segler zuverlässig in zwei Lager teilt: Monohull oder Katamaran? Wir waren ziemlich eindeutig Team Mono. Tom nicht unbedingt.
Wir hatten Glück im Unglück. Die Woche zuvor war Tom mit einer Familie unterwegs und konnte sowohl selbst als auch die Yacht noch einmal verlängern. Es gab allerdings einen kleinen Haken: Es war ein Kat. Na ja, man kann eben nicht alles haben. Doch unser Urlaub war erst einmal gerettet.
Der Wetterbericht versprach, dass wir ausreichend Gelegenheit bekommen würden herauszufinden, ob sich eine 60-m²-Wohnung tatsächlich segeln lässt. Für die ganze Woche war reichlich Wind angekündigt – stellenweise deutlich mehr, als man für einen gemütlichen Urlaubstörn unbedingt bestellen würde.
Bereits beim Start hatten wir dann auch die vorausgesagten 20–25 Knoten von der Seite. Tom bestand früh darauf das zweite Reff einzuziehen. Trotzdem lief das Schiff mit über 8 Knoten nahe an der theoretischen Rumpfgeschwindigkeit. Tom meinte, mehr Tuch würde nur die seitliche Abdrift erhöhen. Den praktischen Nachweis blieb er uns schuldig.
Das Segeln war weitestgehend ereignislos und weit weg von sportlichem Segeln, von Krängung und überschlagender Gischt. Durch den getrennten Steuerstand der Elba 45 konnten wenigstens zwei von uns jeweils die Manöver fahren. Umgekehrt, wenn man sich mit Bauchweh einen Entspannungstee macht, sich im Salon auf der Couch in die Decke kuschelt und die Tasse dann nicht permanent vom Tisch rutscht, hat das auch einen gewissen Charme.
In der Nacht zum Montag drehte der Wind auf Süd und drückte zunehmend Welle in die Bucht von Komiža. Der angekündigte Jugo begann sich aufzubauen. Weiter nach Süden war damit keine Option mehr. Wir segelten von Vis noch nach Sv. Klement in die uv. Soline. Dort, vor Anker, bei zunehmendem Wind und feuchter Abendluft, waren wir froh über das grosse geschützte Cockpit des Katamarans.
Der Wetterbericht sagte weiterhin nichts Gutes voraus und so beschlossen wir am Dienstag so weit wie möglich nördlich zu segeln, um notfalls mit nur kurzen Sprüngen zurück nach Biograd zu kommen. Rogoznica kannten wir alle als sicheren Hafen und so tankten wir vorsorglich bereits für die Rückfahrt und legten am Nachmittag am Stadtkai an.
Die kommenden zwei Tage wehte es selbst in der geschützten Bucht mit über 30 Knoten. Die Wanderung vorbei am Drachenauge hinauf zum Aussichtspunkt, eigentlich ein sicherer und einfacher Trail, sorgte bei diesen Bedingungen dann doch noch für ein wenig Adrenalin auf dieser Reise.
Am Donnerstag fiel die Windstärke kontinuierlich und wir machten uns auf den Rückweg. Bei rund 25 Knoten vor dem Wind war es auf dem Cat dann genauso unspektakulär wie auf einem Mono – und tatsächlich ähnlich schnell. Nach knapp zwei Stunden standen wir vor der Frage Bucht von Kaprije oder direkt bis in den Heimathafen «spasskreuzen»? Wir entschieden uns für den Spassfaktor und waren so kurz vor der Dämmerung am Liegeplatz in Biograd.
Und die Moral von der Geschicht? Segelt ein Katamaran gut? Ja, ABER… nur mit Wind +/- 90° von der Seite macht es sogar richtig Spass und geht ordentlich voran. Ist ein Katamaran ein Sportgerät? Nein, ABER… er ist ausgesprochen komfortabel – und auch das hat durchaus seinen Reiz.
Trotzdem – wir bleiben im Lager MONO und vielleicht – irgendwann – zeigen wir Tom mal unsere Welt, wer weiss.
Impressionen vom Segeltörn bei Jugo in Kroatien
Die Bilder zeigen viele Seiten dieses Segeltörns bei Jugo in Kroatien: sportliches Segeln mit der Elba 45, Landgänge in Primošten und Komiža sowie die geschützte Bucht von Rogoznica. Gerade der Wechsel zwischen kräftigem Wind, ruhigen Momenten an Land und der Diskussion „Mono oder Cat?“ machte diesen Törn besonders.


















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